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Projekträume bisher nur Randphänomen

Obwohl das Kunstfeld inzwischen als eine netzwerkförmige Matrix vielgestaltiger Zusammenschlüsse und Akteurskonstellationen verstanden wird, werden Projekträume als spezielles Phänomen künstlerischer Selbstorganisation bisher zu wenig erforscht.

 

Im Kunstbetrieb der letzten Jahre fand zunehmend eine spezifischere Diskussion dieses Themenfeldes in Form von Tagungen, Festivals und Ausstellungsprojekten statt, die für ein Anwachsen an interdisziplinärem Austausch und Reflexion gesorgt haben, zu denen verstärkt auch VertreterInnen von Projekträumen aufrufen oder eingeladen werden. Ihre Aktualität wird offensichtlich erkannt, in der auf den deutschen Raum fokussierten Forschung werden sie jedoch oft nur als Begleitsymptome oder Indikatoren genannt und sind nur vereinzelt Hauptthema.          

 

Noch seltener tauchen sie in der Kreativwirtschaftsdebatte auf, obgleich ihre dezentrale Arbeitsstrukturen mit dem Fokus auf Teamarbeit und Networking - mehr noch als der allein agierende Künstler - geradezu prototypisch die Kriterien einer „freien, flexiblen und kreativen Vergemeinschaftung“ zu erfüllen scheinen und sie damit ein wichtiges Untersuchungsfeld zur Diskussion um neue selbständige Arbeitsformen abgeben.

 

 

Was bislang fehlt...

 

...ist eine fundierte wissenschaftliche Untersuchung, die die Räume künstlerischer Selbstorganisation mit ihrer sehr speziellen Ausprägung als Hauptthema in den Mittelpunkt rückt und kritisch entlang der benannten Forschungsfragen verortet.

 

Die Arbeit gliedert sich daher wie folgt:

 

Eine sozialwissenschaftliche empirische Erhebung sorgt für eine erste Bestandaufnahme der gegenwärtigen, bisher nicht erfassten Initiativen:

- 70 offene und geschlossene Fragen an 131 Räume 2010-2011

- 700 erhobene Räume samt Standort und Gründungsjahr 2013

Das so gewonnene Datenmaterial wird mit Hilfe einer quantitativ-qualitativen Analyse untersucht und in Bezug auf das Selbstverständnis, die Arbeitsstrukturen und den kulturellen, sozialen wie ökonomischen Stellenwert der befragten Initiativen interpretiert.

 

Eine kunsthistorische Herleitung unterfüttert die Untersuchung, indem sie der Entwicklung von Räumen künstlerischer Selbstorganisation im Laufe des 20. Jahrhunderts nachgeht und damit einen Früher-Heute Vergleich ermöglicht.

 

Mit diesem interdisziplinären Methodendesign leistet das Forschungsvorhaben wissenschaftliche Pionierarbeit und einen besonderen Gewinn für den Diskurs um die sich wandelnden Arbeitsverhältnisse im 21. Jahrhundert.